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8 Jahre hinter Beton (Teil 2/20)

viDeli-Container am Schlachthofareal in Stuttgart — Peripherie mit Kraftwerk und Gewerbe

Das Schlachthofareal am Gaskessel ist die typische Peripherie einer Großstadt: eine Einfallstraße mit Stadtbahntrasse, Autohäuser, ein Kraftwerk, Gewerbehallen in allen Größen und Formaten. Jedes Gebäude folgt seiner eigenen Logik, keines bezieht sich auf das andere. Architekten sprechen bei solchen Orten von einem „Unort“: einem Ort ohne Gesicht, an dem man vorbeifährt, aber nicht ankommt.

Genau hier haben wir gebaut.

Der club traube als kubischer Sichtbeton-Solitär an der Stadtbahntrasse in Stuttgart-Gaisburg

Die Entwurfsaufgabe

Für Hippmann Architekten BDA war das die eigentliche Entwurfsaufgabe: Wie setzt man in ein solches Umfeld ein Gebäude, das nicht im Durcheinander untergeht, aber auch nicht mit ihm konkurriert?

Die Antwort: ein kubischer Solitär

Die Antwort war ein klarer, kubischer Solitär:

  • Ein Volumen statt vieler Teile. Lager, Büro und Eventraum stecken in einem einzigen Baukörper ohne An- und Aufbauten.
  • Ein Material. Die gesamte Hülle besteht aus Sichtbeton-Fertigteilen. Ihr ruhiges Fugenraster ersetzt jede Fassadengestaltung.
  • Bewusste Maßstabslosigkeit. Quadratische Fenster in unterschiedlichen Größen machen von außen unlesbar, wie viele Geschosse sich dahinter verbergen. Der Block wirkt eher wie eine Skulptur als wie eine Halle.
  • Eine klare Kante zur Straße. Das Gebäude folgt der Straße, eine neu gepflanzte Baumreihe begleitet es.

Ein Unort muss kein Unort bleiben

Das Gebäude ignoriert seinen Ort nicht. Es greift dessen Sprache aus Industriebau, Beton und Zweckmäßigkeit auf und reduziert sie auf das Wesentliche. Die Umgebung bleibt laut, aber sie hat jetzt einen ruhigen Fixpunkt. Ein Unort muss kein Unort bleiben.

Die Serie

Zurück zum Auftakt (Teil 1/20). Nächste Woche erzählen wir, warum wir überhaupt bauen mussten.